Wuensdorf Church, New Church in Germany: Wuensdorf Kirche

Wuensdorf Church Building, Germany, Images, German Religious Architecture Project, Architekten

Wuensdorf Kirche

Neue Deutsche Architektur: German building proposal by GRAFT

2 May 2008

Wuensdorf Church

“Over Confessional Church and Multifunction Hall” — 1st Prize Competition

Location: Wuensdorf, south of Berlin, Germany

Renderings : GRAFT Berlin

Wuensdorf Church Wuensdorf Kirche Wuensdorf Church Building

English text (scroll down for German):

Until the fall of the Iron Curtain, the Russian Army’s headquarters in Germany occupied the vast territory in and around Wuensdorf. Closed to the public for decades, the area was left with contaminated soil but also beautiful landscapes where nature had been left alone to flourish.

In this area today, an enormous new development for health, recreation and sports is underway. The competition called for a spiritual centre: a church for confession that could be used as a multifunctional assembly hall or opera as well. Given the historic background of the location, GRAFT questioned the values of traditional form, known typologies and institutionalised solutions for this particular project. We focused instead on a Church design that would provide a new framework for increasingly complex forms of belief systems and we approached the competition with the conviction of positive change and faith in inclusion over the exclusionary practices of traditional religious establishments.

Our belief was that no clear typology for a church, mosque or theatre should dominate the shape of the building, but that it should be present at the same time to create an entirely new typology. In the end, the formal language of the building communicated different religious and ‘scene-o-graphic’ typologies in its shape, without being literal. A diamond-shaped crystal ‘envelope’ was developed from three different geometric prefigures that fuse into one another.

This crystal envelope protects the visitor, but does not cut him/her off from the surrounding landscape. As a mental space for prayer rather than a real enclosure, the landscape has essential atmospheric importance, as it flows from outside to inside the building. All technological functions for modern theatre have been submerged into this landscape, providing complete flexibility for any kind of performance or service imaginable.

With the sermon on the mountain as a metaphoric starting point, a natural auditorium and stage are created that provide the ‘scene-o-graphic’ background for people coming together in prayer underneath the sky.

Wuensdorf Kirche – Building Information

Type: assembly hall, competition 1st prize
Client: Multiversa
Location: Wuensdorf, Berlin, Germany
Size: 5,150 m²

Project design 2006, in progress

Wuensdorf Church architect : GRAFT

Wuensdorf Kirche Germany German Religious Building New Church Germany

Wünsdorf Kirche renderings: GRAFT Berlin, Germany

German text:

Wettbewerb „Multiversa-Kirche“

GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Büro Happold statische Beratung

Erläuterungsbericht

Geschichte
Auf dem Gelände der Wünsdorfer Kasernen, Orten mit hoher geschichtlicher Bedeutung und Zeugnissen wechselhafter, zum Teil tragischer, Ereignisse ist die Errichtung einer Kirche mit hohem Anspruch ein besonderes Zeichen der Hoffnung und des Wandels. Gerade hier stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit institutioneller Gebäudetypologien, nach der Eingeschränktheit des „Bewährten“. Hier ruft alles nach einer in die Zukunft weisenden Perspektive, nach der Kraft des Möglichen mit dem Blick nach vorne, der Vergangenheit gewärtig, nicht aber von ihr dominiert.

Glaubensraum
Vor diesem Hintergrund ist auch ein Kirchenraum als Rahmen für immer komplexer gewordene und vielgestaltige Formen des Glaubens neu zu erfinden. Ausgehend von den Fundamenten christlicher Glaubenslehre erscheint eine Urform der Verkündigung im „Gottesdienst“ in der „Bergpredigt“ Jesu Christi. Nicht Institution, nicht Hülle, sondern die Kraft des Ereignisses, das zusammen Kommen der Gemeinde unter freiem Himmel scheint dafür ein prägendes Bild zu geben.

Landschaft
Der vorliegende Entwurf schlägt vor, die Suche nach einem Ort der Besinnung, einer Kirche mit hoher Anziehungskraft und Unverwechselbarkeit sowie den Bedarf nach einem multi-funktionalen Veranstaltungsraum mit Bühnenanforderungen eines Opernhauses weder mit einer konventionellen Kirchentypologie noch mit einer bekannten Theaterfigur zu beantworten. Vorgeschlagen wird ein Gottesraum auf freiem Feld. Im Kontinuum der märkischen Landschaft bildet sich eine Hügelformation, deren zentrale weiche Mulde von leichten Landschaftsrücken eingefasst ist. Das zentrale Augenmerk liegt dabei auf einer hohen Transparenz eines schützenden Baukörpers, der nicht nur Blicke in die bewaldete Umgebung des Ortes gewähren, sondern vor allem auch das einfallende Sonnenlicht brechen soll. An keiner Stelle ist der Rundumblick in die Umgebung ganz verstellt, lediglich die umgebenden Gebäude und Strassenzüge werden durch die Topografie der Sitzstufen und Ränge ausgeblendet.

Wuensdorf Kirche Wuensdorf Kirche Wuensdorf Kirche

Hülle
Eine kristalline Architekturskulptur, die durch Leichtigkeit und Wandelbarkeit die jeweilige Nutzungsanforderung unterstützt schafft eine bergende Hülle mit unverwechselbaren Ausdruck der dort stattfindenden Ereignisse. Es entsteht ein reflektierender und unter unterschiedlichen Lichteinwirkungen ständig neu aufleuchtender Edelstein, eine Art neues energetisches Zentrum als geistiges Herz des Wünsdorfer Entwicklungsgeländes. Die auf den ersten Blick schwer zu entschlüsselnde Form entsteht aus dem Ineinander-Führen dreier Baukörper, von denen sich zwei zäsurlos in den dritten „verformen“. Getrennt voneinander Lesbares zeigt sich als ineinander geführt. Die Verbindung von scheinbaren Gegensätzen schafft ein „Dazwischen“. Es entsteht eine „Trinität“ deren Abgrenzungen sich als nicht dechiffrierbar erweisen.

Funktion
Verschiedenste Veranstaltungsszenarien sind möglich. Die Bühne mit konventionellen Hubpodien erlaubt es:
1. zum Gottesdienst den eigentlichen Bühnenbereich im Kontinuum der Topografie verschwinden zu lassen.
2. Gleichzeitig kann jede Art von Konzert und Oratorienbühne entstehen, bei der das Orchester ins Zentrum der Handlung rückt. Je nach Besetzung können die umlaufenden Ränge als Erweiterung der Bühne herangezogen werden.
3. Für einen klassischen Opernbetrieb erscheint die typische Geschlossenheit eines Bühnenhauses gänzlich transformiert. Zwei geräumige Seitenbühnen werden über die Hubpodien angefahren, die sich unter der Landschaft verbergen. Der Bühnenturm mit Beleuchterbrücken und Rollboden scheint über der Bühne zu schweben und versteckt sich im ansteigenden Deckenraum oberhalb der Bühne. Bei Bedarf kann durch Vorhänge leicht eine traditionelle Guckkastenbühne erzeugt werden. Die grosse Tiefe der Bühne erlaubt es, auf eine zusätzliche Hinterbühne zu verzichten. Anlieferung und Aufstellfläche für Ü-Wagen befinden sich direkt hinter der Bühne auf Bühnenniveau.

Alle Nebenräume, Proben- und Vorbereitungsräume, Toiletten, Garderoben, Büro- und Lagerräume befinden sich hinter der Bühne überdeckt von der Topografie zum grosen Teil im Bereich des Gebäudes selber und sind belichtet durch horizontale Schnitte und Schlitze im Hang. Lediglich Balkone für Regie, Tonregie und Dolmetscher sind im Saal bzw. unterhalb der Ränge angeordnet.

Andachtskapelle
Als Seitenkapelle in der südöstlichen Gebäudeecke befindet sich eine zusätzliche Mulde, die sich nach Süden öffnet und Platz für 50-80 Gläubige bietet. Dieser Raum kann unabhängig von den Hauptzugängen des Gebäudes von der Strassenseite erschlossen werden und bietet somit die Möglichkeit eines ständig zugänglichen Rückzugsraumes.

Besucher
Besucher werden unter den über den Vorplatz auskragenden Baukörper geführt und werden auf einem Hauptweg durch das Gebäude geführt, der zu den hinteren Zugängen und auf der Rückseite zu einer Aussenkirche führt. Von hier aus ist auch ein Besucherzentrum mit Shop zugänglich. Über Treppe und Aufzug kann auf eine Aussichtsebene über dem Rollboden aufgestiegen werden. Hier befindet sich auch eine zusätzliche Wedding-Chapel mit Blick über die Baumwipfel. Darüber bilden die Kirchenglocken oder entsprechende akustik-Technik den Vertikalen Abschluss des Gebäudes.

GRAFT


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German museum building : Folkwang Museum

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