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Over Confessional Church and Multifunction Hall -- 1st Prize
Competition
Wuensdorf, Germany
Renderings : GRAFT Berlin

Until the fall of the Iron Curtain, the Russian Armys headquarters
in Germany occupied the vast territory in and around Wuensdorf. Closed
to the public for decades, the area was left with contaminated soil but
also beautiful landscapes where nature had been left alone to flourish.
In this area today, an enormous new development for health, recreation
and sports is underway. The competition called for a spiritual centre:
a church for confession that could be used as a multifunctional assembly
hall or opera as well. Given the historic background of the location,
GRAFT questioned the values of traditional form, known typologies and
institutionalised solutions for this particular project. We focused instead
on a Church design that would provide a new framework for increasingly
complex forms of belief systems and we approached the competition with
the conviction of positive change and faith in inclusion over the exclusionary
practices of traditional religious establishments.

Our belief was that no clear typology for a church, mosque or theatre
should dominate the shape of the building, but that it should be present
at the same time to create an entirely new typology. In the end, the formal
language of the building communicated different religious and scene-o-graphic
typologies in its shape, without being literal. A diamond-shaped crystal
envelope was developed from three different geometric prefigures
that fuse into one another.
This crystal envelope protects the visitor, but does not cut him/her off
from the surrounding landscape. As a mental space for prayer rather than
a real enclosure, the landscape has essential atmospheric importance,
as it flows from outside to inside the building. All technological functions
for modern theatre have been submerged into this landscape, providing
complete flexibility for any kind of performance or service imaginable.

With the sermon on the mountain as a metaphoric starting point, a natural
auditorium and stage are created that provide the scene-o-graphic
background for people coming together in prayer underneath the sky.
Type: assembly hall, competition 1st prize
Client: Multiversa
Location: Wuensdorf, Berlin, Germany
Size: 5,150 m²
Project design 2006, in progress
Wuensdorf Church architect
: GRAFT

All renderings done by:
GRAFT Berlin
Heidestrasse 50
10557 Berlin
Germany
Tel: +49-30-2404 79 -85 or 86
Fax: +49-30-2404 7987
berlin@graftlab.com
www.graftlab.com
Wettbewerb Multiversa-Kirche
GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Büro Happold statische Beratung

Erläuterungsbericht
Geschichte
Auf dem Gelände der Wünsdorfer Kasernen, Orten mit hoher geschichtlicher
Bedeutung und Zeugnissen wechselhafter, zum Teil tragischer, Ereignisse
ist die Errichtung einer Kirche mit hohem Anspruch ein besonderes Zeichen
der Hoffnung und des Wandels. Gerade hier stellt sich die Frage nach der
Notwendigkeit institutioneller Gebäudetypologien, nach der Eingeschränktheit
des Bewährten. Hier ruft alles nach einer in die Zukunft
weisenden Perspektive, nach der Kraft des Möglichen mit dem Blick
nach vorne, der Vergangenheit gewärtig, nicht aber von ihr dominiert.
Glaubensraum
Vor diesem Hintergrund ist auch ein Kirchenraum als Rahmen für immer
komplexer gewordene und vielgestaltige Formen des Glaubens neu zu erfinden.
Ausgehend von den Fundamenten christlicher Glaubenslehre erscheint eine
Urform der Verkündigung im Gottesdienst in der Bergpredigt
Jesu Christi. Nicht Institution, nicht Hülle, sondern die Kraft des
Ereignisses, das zusammen Kommen der Gemeinde unter freiem Himmel scheint
dafür ein prägendes Bild zu geben.

Landschaft
Der vorliegende Entwurf schlägt vor, die Suche nach einem Ort der
Besinnung, einer Kirche mit hoher Anziehungskraft und Unverwechselbarkeit
sowie den Bedarf nach einem multi-funktionalen Veranstaltungsraum mit
Bühnenanforderungen eines Opernhauses weder mit einer konventionellen
Kirchentypologie noch mit einer bekannten Theaterfigur zu beantworten.
Vorgeschlagen wird ein Gottesraum auf freiem Feld. Im Kontinuum der märkischen
Landschaft bildet sich eine Hügelformation, deren zentrale weiche
Mulde von leichten Landschaftsrücken eingefasst ist. Das zentrale
Augenmerk liegt dabei auf einer hohen Transparenz eines schützenden
Baukörpers, der nicht nur Blicke in die bewaldete Umgebung des Ortes
gewähren, sondern vor allem auch das einfallende Sonnenlicht brechen
soll. An keiner Stelle ist der Rundumblick in die Umgebung ganz verstellt,
lediglich die umgebenden Gebäude und Strassenzüge werden durch
die Topografie der Sitzstufen und Ränge ausgeblendet.

Hülle
Eine kristalline Architekturskulptur, die durch Leichtigkeit und Wandelbarkeit
die jeweilige Nutzungsanforderung unterstützt schafft eine bergende
Hülle mit unverwechselbaren Ausdruck der dort stattfindenden Ereignisse.
Es entsteht ein reflektierender und unter unterschiedlichen Lichteinwirkungen
ständig neu aufleuchtender Edelstein, eine Art neues energetisches
Zentrum als geistiges Herz des Wünsdorfer Entwicklungsgeländes.
Die auf den ersten Blick schwer zu entschlüsselnde Form entsteht
aus dem Ineinander-Führen dreier Baukörper, von denen sich zwei
zäsurlos in den dritten verformen. Getrennt voneinander
Lesbares zeigt sich als ineinander geführt. Die Verbindung von scheinbaren
Gegensätzen schafft ein Dazwischen. Es entsteht eine
Trinität deren Abgrenzungen sich als nicht dechiffrierbar
erweisen.
Funktion
Verschiedenste Veranstaltungsszenarien sind möglich. Die Bühne
mit konventionellen Hubpodien erlaubt es:
1. zum Gottesdienst den eigentlichen Bühnenbereich im Kontinuum der
Topografie verschwinden zu lassen.
2. Gleichzeitig kann jede Art von Konzert und Oratorienbühne entstehen,
bei der das Orchester ins Zentrum der Handlung rückt. Je nach Besetzung
können die umlaufenden Ränge als Erweiterung der Bühne
herangezogen werden.
3. Für einen klassischen Opernbetrieb erscheint die typische Geschlossenheit
eines Bühnenhauses gänzlich transformiert. Zwei geräumige
Seitenbühnen werden über die Hubpodien angefahren, die sich
unter der Landschaft verbergen. Der Bühnenturm mit Beleuchterbrücken
und Rollboden scheint über der Bühne zu schweben und versteckt
sich im ansteigenden Deckenraum oberhalb der Bühne. Bei Bedarf kann
durch Vorhänge leicht eine traditionelle Guckkastenbühne erzeugt
werden. Die grosse Tiefe der Bühne erlaubt es, auf eine zusätzliche
Hinterbühne zu verzichten. Anlieferung und Aufstellfläche für
Ü-Wagen befinden sich direkt hinter der Bühne auf Bühnenniveau.

Alle Nebenräume, Proben- und Vorbereitungsräume, Toiletten,
Garderoben, Büro- und Lagerräume befinden sich hinter der Bühne
überdeckt von der Topografie zum grosen Teil im Bereich des Gebäudes
selber und sind belichtet durch horizontale Schnitte und Schlitze im Hang.
Lediglich Balkone für Regie, Tonregie und Dolmetscher sind im Saal
bzw. unterhalb der Ränge angeordnet.
Andachtskapelle
Als Seitenkapelle in der südöstlichen Gebäudeecke befindet
sich eine zusätzliche Mulde, die sich nach Süden öffnet
und Platz für 50-80 Gläubige bietet. Dieser Raum kann unabhängig
von den Hauptzugängen des Gebäudes von der Strassenseite erschlossen
werden und bietet somit die Möglichkeit eines ständig zugänglichen
Rückzugsraumes.

Besucher
Besucher werden unter den über den Vorplatz auskragenden Baukörper
geführt und werden auf einem Hauptweg durch das Gebäude geführt,
der zu den hinteren Zugängen und auf der Rückseite zu einer
Aussenkirche führt. Von hier aus ist auch ein Besucherzentrum mit
Shop zugänglich. Über Treppe und Aufzug kann auf eine Aussichtsebene
über dem Rollboden aufgestiegen werden. Hier befindet sich auch eine
zusätzliche Wedding-Chapel mit Blick über die Baumwipfel. Darüber
bilden die Kirchenglocken oder entsprechende akustik-Technik den Vertikalen
Abschluss des Gebäudes.
World Architecture : e-architect
- a guide to key buildings across the globe
German buildings
German architects
German
museum building : Folkwang Museum
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Wuensdorf Kirche - page :
adrian welch / isabelle lomholt
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